Vor 2 Wochen noch ziemlich am Sand beim Happy Run machte ich mich mit gemischten Gefühlen rund um Form und Speed auf nach Wien zur Österreichischen Staatsmeisterschaft über 10 km Straßenlauf. War es tatsächlich die Müdigkeit nach dem Trainingslager auf Mallorca oder war die Form einfach im Eimer? Nach einem wettkampftechnisch verpatzten Frühjahr, die Österreichischen Meisterschaften im Halbmarathon musste ich ja krankheitsbedingt ausfallen lassen, wollte ich mit einer neuen 10 km Bestzeit zumindest irgendwas auf die Beine stellen.

In Wien zeigte sich der Himmel bei kühlen Temperaturen grau in grau mit ziemlich starkem Wind. Nicht die besten Voraussetzungen für eine schnelle Zeit. Durch die Verlegung des Wettkampfs auf den Tag vor den Vienna City Marathon gab es als kleinen Ausgleich tolle Stimmung am Start und im Ziel sowie ein richtig schnelles Starterfeld. Kurz vor dem Start setzte starker Regen ein. Obwohl ich mich nach dem Loslaufen nicht hetzen ließ, absolvierte ich im Feld den ersten Kilometer in eigentlich zu schnellen 3:14. Fuck, mal wieder zu schnell gestartet? Der Blick auf die Pulsuhr allerdings zeigte noch humane Werte an. Ich reihte mich brav in den Windschatten ein um Körner zu sparen. Vor meiner immer kleiner werdenden Gruppe tauchte einsam und verlassen Roman Kessler auf. Bei Kilometer 5 konnten wir ihn einholen. Ich fühlte mich noch immer gut, obwohl Wind und Regen die ganze Sache wirklich unangenehm gestalteten. Auch die Splits waren vielversprechend Richtung Bestzeit. Bei Kilometer 8 beschloss ich, Roman, der für gewöhnlich schneller ist, zu attackieren. Die Lücke ging auf, er kam allerdings circa einen Kilometer vor dem Ziel wieder zurück. Ich biss mich mit letzter Kraft fest, holte auf den letzten Metern nochmals alles raus und konnte arschknapp vor Roman in 33:34 die Linie überqueren.

Fazit des Wien Ausflugs: Das Ziel, die 10 km erstmals unter 34 Minuten zu laufen habe ich trotz suboptimaler Bedingungen erreicht. Der Sprint war auch nicht komplett für die Katz. Nicht nur, dass ich erstmals einen gefürchteten Gegner biegen konnte, sicherte mir das auch die Bronzemedaille in meiner Altersklasse bei der Österreichischen Meisterschaft.