Manchmal gewinnt man – manchmal verliert man. Manchmal würde man gewinnen, verliert dann aber den Weg, in Folge das Rennen und in weiterer Folge die Beherrschung. So geschehen gestern beim Innsbruck Alpine Trailrun.

Ich hatte mich für die kürzeste Distanz entschieden. Um 16.30 erfolgte der Start in Hall. Schnell konnte ich mich mit Hannes Fankhauser vom eher schwach besetzten Teilnehmerfeld deutlich absetzen. Am Ende des ersten Anstiegs eine kurze Tempoverschärfung und schon war ich alleine in Führung. Nach einigen intensiveren Minuten sah ich, dass das Loch zum Verfolger bereits beträchtlich war.

Irgendwo zwischen Kilometer 8 und 10 muss ich dann wohl eine der recht schwach beschilderten Abzweigungen verpasst haben. Irgendwann habe ich es dann gemerkt als gar keine Schilder mehr zu finden waren und der Weg nur noch steil war. Ziemlich angepisst kehrte ich um und rannte mit 18,6 km und circa 700 Höhenmetern anstatt der ausgeschriebenen 15,8 km und circa 400 Höhenmeter als 12. laut fluchend ins Ziel. In meiner Wut schnappte ich mir direkt hinter der Ziellinie ein Latella, das ich schimpfend wie das Rumpelstilzchen am Boden zerschmetterte. Kleine Entschuldigung an die davon in Mitleidenschaft gezogenen Teilnehmer. Mein Sohn ist glaube ich noch immer erstaunt, wie sein Papa ausflippen kann. 😉

Fazit: Nach dem anfänglichen Riesenärger macht sich mittlerweile eine angenehme Gleichgültigkeit gegenüber dem verpassten Sieg breit. Natürlich hätte ich gerne gewonnen, mit dem Vorsprung zur Hälfte des Rennens wäre das wohl auch locker möglich gewesen.

Dafür verschiebt sich der Ärger Richtung Veranstalter. Anscheinend war ich bei weitem nicht der einzige der sich verlaufen hatte wie man auf Facebook und Strava so mitbekommt. Die Beschilderung war zwar vorhanden, aber an vielen Abzweigungen unauffällig. Anstatt das Rennen als großes Event darzustellen, sollte man sich wohl erstmals um die Basics kümmern.