Das Sportlerleben spielt manchmal verrückt. Das Ziel, das ich mir vor einem Jahr gesetzt habe, eine Medaille bei den Tiroler Meisterschaften im Halbmarathon zu erkämpfen, habe ich gestern mit dem 4. Platz verfehlt. Mit dem Ausgang des Rennens allerdings könnte ich nicht glücklicher sein. Mit meiner Zeit von 1:13.49, einem 24. Gesamtrang bei den Österreichischen Meisterschaften und vor allem dem überraschenden Podium im Team gemeinsam mit Thomas Roach und Martin Bader vom SK Rueckenwind bei den österreichischen Meisterschaften bin ich mehr als zufrieden. In der Teamwertung der Tiroler Meisterschaft ging sich außerdem auch meine erste „echte“ Goldene aus. Toller Nebeneffekt.

Das Rennen führte in 3 attraktiven Runden über 7 km durch Salzburg. Pünktlich zum Start setzte der prognostizierte Regen ein. Von Anfang bis zum Ende hatte ich sowas wie Seitenstechen, keine Ahnung warum. Richtige Renntaktik hatte ich mir trotz viel Überlegen in den letzten Tagen keine zurechtgelegt. Also einfach mal laufen – wird schon werden.

In der ersten Runde schlug ich ein defensives, „gemütliches“ Tempo an, und verpasste so eine kleine Gruppe. Etwa zur Hälfte von Runde 2, gerade als Konzentration und Drive ein wenig flöten gingen, fand ich dann doch Anschluss an mich überholende Läufer. Es war zwar hart, den schnelleren Rhythmus mitzugehen, ging aber ganz gut.

Die Durchlaufzeit vor Runde drei ließ mich auf eine 1:13.xx Zeit hoffen. „OK – Bauchi tut weh, ist aber erträglich. Haxn fangen langsam an zu brennen – sollte sich aber noch bis ins Ziel ausgehen. Schlecht ist mir – aber nicht so dass ich kotzen muss.“ Lustigerweise wurden wir zwar von Kilometer zu Kilometer ein wenig schneller, der Allgemeinzustand nach dieser Bestandsaufnahme verbesserte sich aber im Wissen, dass ich 2/3 der Strecke schon hinter mir hatte. Ich riss mich am Riemen und konnte 3 km vor dem Ende sogar nochmal die Führung der Gruppe übernehmen um Tempo zu machen.

Ziemlich erledigt überquerte ich jubelnd unter 1:14 die Ziellinie. Mein Minimalziel einer Zeit unter 1:15 habe ich locker erreicht, die 1:13er Zeit ist ein echter Traum. Für viele mag es eigenartig klingen, ich bevorzuge es allerdings mit starker Konkurrenz eine tolle Zeit zu erreichen, als mit einer mittelmäßigen Leistung eine Medaille zu gewinnen.

Jetzt heißt es erstmals: REGENERATION. Dann werde ich mich auf den in 4 Wochen beginnenden Frankfurt Marathon vorbereiten. Ich hoffe, die Spannung nach meinem eigentlichen Jahreshighlight noch weiter halten zu können.