Es scheint, als hätte ich mir eine psychosomatische Halbmarathonphobie eingefangen. Nachdem ich wegen Halsschmerzen schon in Graz nicht an den Start gehen konnte, fasste ich auch vor dem Halbmarathon Hall-Wattens die Rachenseuche aus. Garniert mit einer Verkühlung im Nacken- und Schulterbereich war das nicht wirklich hilfreich für den Bewerb. Ein weiteres DNS wollte ich mir aber auch nicht anheften und stellte mich an den Start.

Bad Idea! Von Anfang an ging wenig bis gar nix. Die ersten 4 km rannte ich mit angezogener Handbremse in einer kleinen Gruppe gemeinsam mit Günter. Irgendwann zwischen km 7 und 8 konnte ich mich aus der Gruppe lösen und lag einsam und verlassen auf Rang 3, mitten in der Pampas am Radweg zwischen Volders und Wattens. Der starke Gegenwind und die Hitze ärgerten mich, besser gesagt: ich ärgerte mich, dass ich gestartet war und die Bedingungen zudem noch so besch….eiden waren.

Bei der Wende in Wattens bei km 12 war ich komplett demotiviert. Vor mir niemand zu sehen, Platz 2 hatte ich mit der Bummelei am Anfang verpasst bzw war an dem Tag nicht in der Lage ernsthaft darum zu kämpfen, hinter mir auch nix. Ab km 15 schleppte ich mich dann nur noch als komplett dehydriertes Wrack durchs Gelände. Dass die Strecke nun mit den Höhenmetern aufwartete, war der Bonus der mich zur Verzweiflung brachte. Irgendwie klappte es aber, dass ich meinen Kadaver auf Rang 3 über die Ziellinie wuchtete.

Fazit zum Rennen

Einmal mehr muss ich leider feststellen, dass es vielen Veranstaltern weniger um die Athleten geht als ums Drumherum. Mitte Mai einen Halbmarathon um 16.00 zu starten ist grenzwertig doof. Das zweite Jahr in Folge, 2016 startete ich beim kleinen Volkslauf, wars wirklich heiß. Muss nicht sein, mit einem Start zwischen 10 und 11 könnte man dem schön ausweichen. Wahrscheinlich wäre das fürs Stadtmarketing Hall aber weniger interessant. Wenn´s dann das erste Kollapsopfer der Hitze fordert, werden wieder alle schön betroffen dreinschauen.

Auch die Strecke ist undankbar. Jaja, schon klar, wir leben im Herz der Alpen, da muss es bei jeder Gelegenheit bergauf gehen. Das Rennen hat meiner Meinung nach, abgesehen von der Distanz über 21,9 statt 21,1 km, mit einem Halbmarathon nix zu tun sondern ist eine Mischung aus verkorkstem Trailrun und Stadtlauf. Schade drum: Ich denke, auf einem flachen Kurs durchs Inntal könnte man wesentlich mehr Teilnehmer anlocken und ein attraktiveres Rennen gestalten.