Ich gestehe: ich hasse meinen Geburtstag. Ich mag nicht ein Jahr älter werden. Gut, de facto ist es nur 1 Tag, aber gefühlt ist es einfach ein weiterer Schritt Richtung Sensenmann. Oder wie meine Frau es heute morgen ausdrückte: „Jetzt gehst auf die 40 zu.“ Ha! Weit gefehlt. Ich bin nämlich gar nicht 35. Sondern erst 33. Weil ich 2 x den Geburtstag ja in einer anderen Zeitzone verbracht habe. Also noch nicht mal Mitte 30 sondern erst im ersten Drittel des 4. Jahrzehnts.

Auch das mit dem Gratulieren lassen ist recht mühsam. Facebook mit der Erinnerungsfunktion ist da wirklich keine große Hilfe den Tag unter dem Radar zu verbringen. Aktuell steht der Zählerstand der Gratulanten auf 70 (14:38). Dazu noch die ganzen SMS and Anrufe. Nicht abheben und nicht antworten ist der einzige Weg um Zeit für einen geregelten, normalen Tag zu haben. Wobei es mir natürlich um jeden einzelnen Gratulanten der kein Danke retour erhält fast ein bissl Leid tut.

Warum aber überhaupt gratulieren? Jedes noch so dumme Viech feiert Geburtstag. Man kommt auf die Welt und zack – hat man auch schon Geburtstag. „Wo woa mei Leistung,“ fragt sich da jeder Nicht-Lobbyist. Man kann sich ja durchaus auch über das Älterwerden freuen. Bis man circa 20 +/- 2 Jahre ist, ist das tatsächlich aufregend. Aber dann? Rauchen darf ich, tu ich aber nicht. Autofahren darf ich, mag ich aber nicht. Saufen darf ich, kann ich mittlerweile aber nimma, weil ich eben schon so alt bin. Ich kann nichtmal mehr soviel essen wie früher ohne dass ich im Bett glaube einen Stein im Magen zu haben. Was für einen Sinn hat dann der Geburtstag?

  • Hurra - wieder 1 Jahr älter. Oder doch nicht?

Auch das mit den Geschenken ist so eine Sache. Für Kinder ganz arg toll. Wobei, seit mein Sohn mein Geschenk aussucht, geht es auch wieder bergauf. Hatte heuer doch tatsächlich eine Art infantiler Freude mit meinen Wacker Shirts und der dazu passenden Geldtasche. Consti rocks! Das nächstbeste ist derzeit eine nackte Brünette, die mir ein Freund über Whatsapp schickte. Leider zu wenig jugendfrei um euch daran teilhaben zu lassen. 😉

Wie gesagt, jeder Geburtstag ab 20 bringt einen nicht mehr weiter, sondern rollt einen bergab Richtung Grab. Dabei kann ich mich noch als gesegnet betrachten. Die volle Mähne bringt mir Spitznamen wie „der weiße Dante“ oder „Atze Schröder“ ein. Ich bin um die Leibesmitte auch noch nicht mit Zusatzpolsterung ausgestattet wie so manch anderer Zeitgenosse in seinen fetten Jahren.

Trotzdem: das 35 33 von heute ist das 40 von morgen. Die Weisheit des Alters gegen die Unvernunft der Jugend ist ein schlechter Tausch wenn ihr mich fragt, vor allem wenn man von Reife im Beisein der eigenen Eltern ohnehin nichts spürt.

Nutzt nix. Die Zeit ist unerbittlich und das Dasein auf Erden zerrinnt uns zwischen den Fingern, ob man es will oder nicht. Und so bin ich halt wieder ein Jahr älter als gestern. Denn das heute war morgen nicht gestern, sondern eben voriges Jahr (oder so ähnlich).

Drum, bitte liebe Gratulanten, verzeiht mir wenn ich euch nur pauschal mit diesem kleinen Essay danke. Für mehr fehlt mir leider mit 35 die Kraft 😉 – ich habe euch trotzdem volle gern – Love & Peace!

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