Es wären die perfekten Bedingungen gewesen. Schöne Temperatur, kaum Wind, ein tolles Starterfeld und eine unglaublich schnelle Strecke nach einer unproblematischen Vorbereitung. Und trotzdem hat es nicht geklappt mit meiner Wunschzeit von 2:34. Totalausfall knapp hinter Kilometer 30.

Was war passiert? Naja, genau kann man es nie sagen. Seit Donnerstag lief meine Nase ein wenig nach dem Aufstehen. Von einer Verkühlung kann man aber bis heute nicht sprechen. Die Form war nach dem Tapering wirklich gut, ich kam vom Start weg schön auf Touren und konnte meine Kilometersplits recht genau laufen, auch wenn der Puls von Anfang an leicht erhöht war. Ich hatte keinen Hungerast und keine ungewöhnlichen muskulären Probleme. Ab dem Halbmarathon merkte ich trotzdem dass es zach werden würde. Bis Kilometer 31 konnte ich mich in einer schönen Gruppe halten, dann plötzlich bockte der Körper. Bei Kilometer 32 musste ich stehenbleiben. Game Over. Kurzzeitig dachte ich daran aufzugeben, nachdem ich aber schon beim Wien Marathon ausgestiegen war und dafür Schelte von meinem Sohnemann kassiert hatte, wollte ich nicht noch ein DNF meinen Palmares hinzufügen.

Recht gemütlich wenn auch sichtlich angeschlagen joggte ich weiter bis zur 37 km Marke, wo mein Betreuerteam auf mich wartete. Da explodierte ich. Zornig über mich selbst und gefrustet über das Versagen schleuderte ich das mir von meiner Frau gereichte Gel auf den Boden und trabte wortlos weiter Richtung Ziel. Nach 2:44 überquerte ich die Ziellinie, wo gut 40 Minuten vorher der Weltrekord gefallen war.

Die letzten 10 Kilometer waren körperlich hart, besonders aber für den Kopf eine echte Herausforderung. Zwei Tage später bin ich trotzdem froh, dass ich gefinisht habe. Wer selbst nicht ambitioniert Sport betreibt, kann natürlich nicht verstehen, dass die 2:44 eine mittlere Katastrophe sind. Aufs Starterfeld des Berlin Marathons mit über 40.000 Teilnehmern läuft man da immer noch in das oberste Prozent und viele Läufer würden sich alle 10 Finger abschlecken wenn sie unter 2:50 laufen könnten. 10 Minuten über der Zielzeit sind aber tatsächlich Welten.

Fazit: Der Berlin Marathon ist wirklich ein Highlight. Die tolle Strecke, die Zuschauer die über 42 km die Straßen bevölkern, das Flair neben dem Olympiasieger und Weltrekordhalter ins Rennen zu gehen, einfach unglaublich. Was genau schief gelaufen ist, werde ich wohl niemals rausfinden. Was ich aber weiß: der Berlin Marathon wird mich wieder sehen.

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